Vallisnerien im Aquarium

Pflanzenportrait: Vallisneria – Wasserschraube – Vallisnerie

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Die Was­ser­pflan­zen-Gat­tung Val­lis­ne­ria, auch Val­lis­ne­rie oder Was­ser­schrau­be genannt, gehört schon seit Jah­ren zu den belieb­tes­ten und bekann­tes­ten Aqua­ri­en­pflan­zen. Ver­schie­de­ne form­schö­ne Ver­tre­ter die­ser Art fin­den sich in unse­ren Becken. Wel­che dies genau sind, wie sie sich unter­schei­den und wel­che Ansprü­che sie an die Umge­bung im Aqua­ri­um haben, erklä­ren wir Ihnen in die­sem Pflan­zen-Por­trait.

Unterscheidung der einzelnen Arten: Vallisnerien im Aquarium

Wel­che Val­lis­ne­rie habe ich vor mir?
Die­se Fra­ge ist auch für Fach­leu­te nicht immer auf den ers­ten Blick zu beant­wor­ten. Die Taxo­no­mie der Was­ser­pflan­zen-Gat­tung Val­lis­ne­ria ist noch nicht ein­deu­tig unter­sucht, obwohl in den letz­ten Jah­ren gro­ße Fort­schrit­te erreicht wor­den sind. Die Val­lis­ne­ria gehört zu einer sehr ver­än­der­li­chen Gat­tung. Da die Pflan­zen unter­schied­li­che Lebens­räu­me besie­deln und in unter­schied­li­chen kli­ma­ti­schen Regio­nen wach­sen, haben sich sehr vie­le For­men aus­ge­bil­det. Hin­zu kommt, dass die in der Kul­tur befind­li­chen Pflan­zen wei­te Han­dels­we­ge hin­ter sich haben. Oft kann man sogar das Ursprungs­land nur schwer fest­stel­len.

Am sichers­ten lässt sich die Art­zu­ge­hö­rig­keit anhand von Blü­ten­merk­ma­len fest­stel­len. Dabei muss beach­tet wer­den, dass Val­lis­ne­ri­en zwei­häu­sig sind: Es gibt männ­li­che und weib­li­che Pflan­zen. In der Aqua­ri­en­kul­tur wer­den die Blü­ten rela­tiv sel­ten gebil­det. Daher kann man die im Aqua­ri­um befind­li­chen Pflan­zen oft nicht ein­deu­tig zu ein­zel­nen Val­lis­ne­ria-Arten zuzu­ord­nen. Zur­zeit wer­den 17 Val­lis­ne­ria-Arten unter­schie­den. Man nimmt an, dass die in der Aqua­ri­en­kul­tur gehal­te­nen Pflan­zen zu ein der fol­gen­den Arten gehö­ren:

  • Val­lis­ne­ria asia­ti­ca
  • Val­lis­ne­ria ame­ri­ca­na
  • Val­lis­ne­ria aus­tra­lis
  • Val­lis­ne­ria cau­le­scens
  • Val­lis­ne­ria nana
  • Val­lis­ne­ria spi­ra­lis

Eini­ge der am häu­figs­ten in Han­del befind­li­chen Arten und Sor­ten aus der Gat­tung Val­lis­ne­ria möch­ten wir Ihnen hier mit ihren jewei­li­gen Eigen­schaf­ten ein wenig genau­er vor­stel­len wol­len.

  • Val­lis­ne­ria asia­ti­ca
  • Val­lis­ne­ria aus­tra­lis “gigan­tea”
  • Val­lis­ne­ria nana
  • Val­lis­ne­ria spi­ra­lis
  • Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ‚“Tiger”
  • Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ‚“Tor­ti­fo­lia”
  • Val­lis­ne­ria natans

Vallisneria asiatica

Die nor­ma­le Form von Val­lis­ne­ria asia­ti­ca ist bei uns nicht in der Kul­tur. Die Form, die im Aqua­ri­um und im Fach­han­del sehr oft anzu­tref­fen ist, ist die Pflan­ze mit spira­lig gedreh­ten, sehr deko­ra­ti­ven Blät­tern. Man nimmt an, dass es sich hier um Val­lis­ne­ria asia­ti­ca var. biwa­en­sis han­delt, also eine Form von Val­lis­ne­ria spi­ra­lis, die im Biwa-See in Japan gefun­den wor­den ist. Die Blät­ter sind hell­grün, gedreht, sehr schmal und von drei bis zu zehn Zen­ti­me­ter breit. Die Blät­ter sind deut­lich bis nach unten gezähnt und sie wer­den fünf bis 50 Zen­ti­me­ter lang. Val­lis­ne­ria asia­ti­ca wächst bes­ser bei etwas höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren von 22 bis 28 Grad Cel­si­us. Da sie in der Natur im fla­chen Was­ser an son­ni­gen Stel­len wächst, reagiert die­se Val­lis­ne­rie auch in der Aqua­ri­en­kul­tur posi­tiv auf gute Beleuch­tung. Sie benö­tigt mehr Nähr­stof­fe als Val­lis­ne­ria spi­ra­lis.

Vallisneria asiatica, asiatische Wasserschraube Bund

Schnellwachsende Aquariumpflanzen: Asiatische Wasserschraube – Vallisneria asiaticaVal­lis­ne­ria ame­ri­ca­na var. asia­ti­ca bil­det mit ihren gewun­de­nen, inten­siv grü­nen Blät­tern in Grup­pen gepflanzt einen hüb­schen Kon­trast. Die Blät­ter wer­den im Aqua­ri­um mit 20–30 cm nicht so lang wie bei den meis­ten ande­ren Val­lis­ne­riaar­ten und beschat­ten ande­re Pflan­zen daher nicht. Eine pfle­ge­leich­te Pflan­ze, die sich bereit­wil­lig über Aus­läu­fer ver­brei­tet.

Vallisneria gigantea

Anhand vie­ler Unter­su­chun­gen ist man zu der Ansicht gekom­men, dass die in Kul­tur befind­li­chen Exem­pla­re von Val­lis­ne­ria gigan­tea zu der Art Val­lis­ne­ria aus­tra­lis gehö­ren. Es sind schnell­wüch­si­ge und leicht zu pfle­gen­de Pflan­zen. Die Blät­ter die­ser Val­lis­ne­rie sind zehn bis drei­ßig Mil­li­me­ter breit und kön­nen in der Natur bis zu drei Meter lang wer­den. Im Aqua­ri­um blei­ben sie meis­tens 50 bis 150 Zen­ti­me­ter lang. Auch bei der Val­lis­ne­ria gigan­tea unter­schei­den sich die Pflan­zen, die im Han­del unter dem Namen ver­trie­ben wer­den, von­ein­an­der.

Man­che Pflan­zen sind nur an der Blatt­spit­ze gezähnt, ande­re haben ein wenig schma­le­re Blät­ter, die in obe­ren Blatt­teil gezähnt sind, wobei die Zähn­chen am Blatt­rand aber deut­lich grö­ber als bei den andern Val­lis­ne­ria-Arten sind. Auf­grund ihrer Grö­ße und Schnell­wüch­sig­keit brau­chen sie einen nahr­haf­ten Boden­grund oder ent­spre­chend hohe Düng­er­ga­ben. Des­halb soll­te man die älte­ren Blät­ter von Zeit zu Zeit aus­schnei­den oder kür­zen, weil sie eine Ten­denz haben, an der Was­ser­ober­flä­che zu flu­ten. Dadurch neh­men sie den ande­ren Pflan­zen Licht weg.

Die Val­lis­ne­ria gigan­tea wächst bes­ser bei etwas höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren, opti­mal bei 22 bis 35 Grad Cel­si­us. Sie stellt kei­ne gro­ßen Ansprü­che an die Licht­in­ten­si­tät und ist mit gerin­ger bis mitt­le­rer Licht­stär­ke zufrie­den. Bei For­men mit gezeich­ne­ten oder röt­li­chen Blät­tern soll­te für eine gute Licht­in­ten­si­tät gesorgt wer­den. Sonst ver­liert die Far­be oder Mar­mo­rie­rung der Val­lis­ne­rie an Inten­si­tät und kann sogar ganz ver­schwin­den. Die Blät­ter sind sehr zäh und des­halb auch für Aqua­ri­en mit pflan­zen­fres­sen­den Fischen geeig­net.

Riesenvallisnerie — Vallisneria australis Gigantea

Vallisneria giganteaDie Rie­sen­val­lis­ne­rie ist eine sehr varia­ble Was­ser­pflan­ze, die in Aus­tra­li­en behei­ma­tet ist. Ihre lan­gen, schma­len Blät­ter kön­nen bei guten Bedin­gun­gen gigan­ti­sche Aus­ma­ße anneh­men, Blatt- län­gen bis 3 m sind kei­ne Sel­ten­heit. Sehr beliebt ist die Rie­sen­val­lis­ne­rie bei Dis­kus-Aqua­ri­en und Aqua­ri­en für die ost­afri­ka­ni­schen Bunt­bar­sche aus dem Mala­wi- und Tan­gan­ji­ka­see. Die­se Fische benö­ti­gen här­te­res Was­ser, was aller­dings für vie­le Pflan­zen pro­ble­ma­tisch ist. Die Val­lis­ne­ria aus­tra­lis ‘gigan­tea’ jedoch bevor­zugt die­se Was­ser­wer­te.

Vallisneria nana

Die Zwerg­val­lis­ne­rie Val­lis­ne­ria nana stammt aus Aus­tra­li­en. Der Name ist ein wenig irre­füh­rend, da Val­lis­ne­ria nana nicht die kleins­te Val­lis­ne­ri­en-Art ist. Jeden­falls sind die Blät­ter die­ser Val­lis­ne­rie sehr schmal, weni­ger als einen Zen­ti­me­ter breit und dun­kel­grün. Die Blatt­spit­ze ist spitz, am obe­ren Blatt­rand befin­den sich fei­ne Zähn­chen, die mit blo­ßem Auge fast unsicht­bar sind und die beson­ders deut­lich an der Blatt­spit­ze her­vor­tre­ten. Wie alle Val­lis­ne­ri­en bil­det sie kur­ze Aus­läu­fer.

Am Anfang, in der Anwachs­pha­se, sind die schma­len Blät­ter oft sehr kurz und steif, im Quer­schnitt sichel­för­mig und nur bis zu 15 Zen­ti­me­ter lang. Nach eini­ger Zeit bil­den sich auch oft län­ge­re Blät­ter, die sogar bis zu 80 cm Län­ge errei­chen kön­nen und die etwas brei­ter und dün­ner sind. Die Pflan­zen bil­den schnell dich­te Grup­pen. Sie wächst am bes­ten bei Tem­pe­ra­tu­ren von 22 bis 24 Grad Cel­si­us und ist als Mit­tel­grund- und Hin­ter­grund­pflan­ze in klei­nen Aqua­ri­en geeig­net. Die Blü­ten­bil­dung im Aqua­ri­um ist sehr sel­ten.

Schmalblättrige Vallisnerie — Vallisneria nana

Vallisneria nanaEine neue Val­lis­ne­rie in der Aqua­ris­tik ist Val­lis­ne­ria nana. Der Art­na­me ?nana” bedeu­tet: zwer­gig. Die­ses Wuchs­ver­hal­ten zeigt die Pflan­ze aller­dings nur am Natur­stand­ort in Aus­tra­li­en. In unse­ren Aqua­ri­en errei­chen die Pflan­zen durch­aus Wuchs­län­gen von 30–70 cm. Somit ist die sehr schmal­blätt­ri­ge Art eher für den Hin­ter­grund geeig­net. Kul­tur und Pfle­ge sind sehr ein­fach, doch auch hier gilt es, das Wachs­tum der Aus­läu­fer zu kon­trol­lie­ren. Co2-Gaben för­dern den Wuchs aller Val­lis­ne­ri­en zusätz­lich.

Vallisneria spiralis

Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ist die am längs­ten bekann­te Was­ser­schrau­be. Sie wird vor allem des­halb schon so lan­ge als Aqua­ri­en­pflan­ze ver­wen­det, da sie in Euro­pa (aber auch in Afri­ka und wahr­schein­lich auch in Süd­west­asi­en) hei­misch ist. Die ers­ten beschrie­be­nen Exem­pla­re stamm­ten aus Ita­li­en. Die wei­te Ver­brei­tung der Val­lis­ne­ria spi­ra­lis hat dazu geführt, dass sich unter­schied­li­che Popu­la­tio­nen gebil­det haben. Die Unter­schie­de kön­nen die Blatt­form betref­fen – also Brei­te, Län­ge und Blatt­rand (gezähnt oder glatt). Die Blät­ter sind meis­tens hell- bis dun­kel­grün, wer­den bis zu 80 Zen­ti­me­ter lang und fünf bis 15 mm breit. Auch Ansprü­che an die Bedin­gun­gen im Aqua­ri­um kön­nen je nach Her­kunft vari­ie­ren. Es gibt also Pflan­zen, die mehr oder weni­ger Wär­me brau­chen.

Im Aqua­ri­um bil­det Val­lis­ne­ria spi­ra­lis schnell dich­te Bestän­de. Die Pflan­ze ist sehr anpas­sungs­fä­hig. Sie wächst am bes­ten bei Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 20 und 28 Grad Cel­si­us. Bei Tem­pe­ra­tu­ren unter 20 Grad wach­sen sie lang­sa­mer, und auch Tem­pe­ra­tu­ren über 30 C sind nicht opti­mal. In der Natur sind Pflan­zen der Art Val­lis­ne­ria spi­ra­lis in nähr­stoff­rei­chen, ste­hen­den oder lang­sam flie­ßen­den Gewäs­sern zu fin­den. Auch im Aqua­ri­um wach­sen sie bes­ser bei guter Nähr­stoff­ver­sor­gung. Es ist inter­es­sant, dass auch die im Han­del befind­li­chen Pflan­zen, die als Val­lis­ne­ria  spi­ra­lis bezeich­net wer­den, oft eine sehr unter­schied­li­che Blatt­form haben. Es gibt For­men mit brei­ten und schma­len Blät­tern, und man­che sind deut­lich an der gan­zen Blatt­län­ge gezähnt. Im Han­del gibt es unter dem Namen Val­lis­ne­ria spi­ra­lis aber auch Pflan­zen mit einem ganz glat­ten Blatt­rand, fast ohne Zäh­nung.

Gewöhnliche Wasserschraube — Vallisneria spiralis

Vallisneria spiralisVal­lis­ne­ria spi­ra­lis gehört auch zu den Klas­si­kern in der Aqua­ris­tik. Die anspruchs­lo­se Was­ser­pflan­ze bil­det band­för­mi­ge Blät­ter zwi­schen 0,8 und 1,5 cm Brei­te. Manch­mal wer­den Blatt­län­gen bis zu 1 m erreicht. Die Pfle­ge und Kul­tur ist ein­fach und bes­tens zur Gestal­tung einer grü­nen, leben­den Rück­wand geeig­net. Aus­läu­fer­trie­be, die in den vor­de­ren Bereich wach­sen, soll­te man recht­zei­tig ent­fer­nen. Der Art­na­me “spiralis“bezieht sich nicht auf die Blät­ter, son­dern auf die spi­ra­lig gedreh­ten Blü­ten­stän­gel. Die Was­ser­schrau­be ist auch eine idea­le Pflan­ze für Bar­schaqua­ri­en.

Vallisneria spiralis ‚Tiger‘

Bei die­ser Art han­delt es sich um eine Farb­form von Val­lis­ne­ria spi­ra­lis. Bei star­ker Beleuch­tung wer­den vie­le klei­ne brau­ne Quer­stri­che in der Blatt­sprei­te sicht­bar. Die­se Mar­mo­rie­rung ist sehr von der Beleuch­tungs­in­ten­si­tät abhän­gig und kann auch ganz ver­schwin­den. Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ‚Tiger‘ wird 30 bis 50 Zen­ti­me­ter lang, hat fünf bis fünf­zehn Mil­li­me­ter brei­te Blät­ter. Sie wächst etwas lang­sa­mer und hat weni­ger Aus­brei­tungs­drang als ande­re Val­lis­ne­ri­en.

Vallisneria spiralis Tiger 055A Topf

Vallisneria spiralisVal­lis­ne­ria spi­ra­lis “Tiger” ist eine Farb­form von Val­lis­ne­ria spi­ra­lis, wel­che seit ihrer Markt­ein­füh­rung vie­le Lieb­ha­ber gefun­den hat. Sie wird hin und wie­der auch unter dem Namen Val­lis­ne­ria spi­ra­lis “Mar­mor” ange­bo­ten. Der auf­fäll­ge Unter­schied zur Stamm­form besteht in den vie­len klei­nen, dun­kel­brau­nen Quer­stri­chen in den Blät­tern. Es han­delt sich um eine gut­wüch­si­ge und anspruchs­lo­se Aqua­ri­en­pflan­ze. Dün­ger soll­te über den Boden­grund in Form von Dün­ge­ku­geln ver­ab­reicht wer­den.

Vallisneria spiralis ‚Tortifolia‘

Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ‚Tor­ti­fo­lia‘ ist eine Form von Val­lis­ne­ria spi­ra­lis, die sehr kur­ze und auf­fäl­lig gedreh­te Blät­ter hat.  Wie bei allen Val­lis­ne­ri­en hängt das Aus­se­hen der Blät­ter stark von den Kul­tur­be­din­gun­gen ab. Die Blatt­far­be kann hell­grün, aber auch oliv­grün sein, die Blatt­brei­te kann eine Län­ge von drei bis zehn Mil­li­me­tern errei­chen. Die im Han­del befind­li­chen Pflan­zen sind nur im obe­ren Teil der Blät­ter fein gezähnt. Sie haben einen gut sicht­ba­ren Mit­tel­nerv.

Es ist wohl die Val­lis­ne­ria, die am nied­rigs­ten bleibt. Ihre Blät­ter wer­den meis­tens nur 25 Zen­ti­me­ter lang.  Sie ist daher für den Vor­der- und Mit­tel­grund des Aqua­ri­ums geeig­net. Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ‚Tor­ti­fo­lia‘  ist etwas anspruchs­vol­ler und benö­tigt mehr Wär­me und mehr Licht als Val­lis­ne­ria spi­ra­lis. Unter guten Kul­tur­be­din­gun­gen hat sie stär­ker gedreh­te Blät­ter. Die Pflan­zen bil­den etwas län­ge­re Aus­läu­fer als die Stamm­form, des­halb erschei­nen die neu­en Pflan­zen etwas wei­ter ent­fernt von der Mut­ter­pflan­ze und sie bil­den locke­re Grup­pen.

Schraubenvallisnerie, Vallisneria spiralis im Bund

Vallisneria spiralisVal­lis­ne­ria spi­ra­lis, die “Gewöhn­li­che Was­ser­schrau­be”, bil­det im Aqua­ri­um nach einer Ein­ge­wöh­nungs­zeit schnell dich­te, satt-grü­ne Bestän­de mit zahl­rei­chen Aus­läu­fern. Wie bei allen Val­lis­ne­ri­en kommt es auf­grund der vie­len Varia­tio­nen die­ser Was­ser­pflan­zen ger­ne zu Ver­wechs­lun­gen unter­ein­an­der. In der Natur­form weist die aus Nord­afri­ka und Süd­eu­ro­pa stam­men­de Val­lis­ne­ria spi­ra­lis kei­ne gedreh­ten Blät­ter auf. Sie sind band­för­mig, am Rand leicht gezahnt und trei­ben aus einer Roset­te. Je nach Licht­ein­fall stre­ben sie der Was­ser­ober­flä­che ent­ge­gen und kön­nen 40–60cm lang wer­den.

Vallisneria natans

Unter­schei­dungs­merk­mal Val­lis­ne­ria natans und Val­lis­ne­ria spi­ra­lis anhand der Blatt­spit­ze

Die in der Kul­tur befind­li­chen Pflan­zen von Val­lis­ne­ria natans sol­len eini­gen Autoren zufol­ge mög­li­cher­wei­se zur Art Val­lis­ne­ria aus­tra­lis gehö­ren. Obwohl die Blatt­form der V. natans in der Tat einer klei­nen V. aus­tra­lis ähnelt, tei­le ich die­se Auf­fas­sung nicht. End­gül­tig ver­wir­rend wird es, da eini­ge Groß­händ­ler die Pflan­zen unter Val­lis­ne­ria ame­ri­ca­na ’natans’ anbie­ten. Solan­ge hier kei­ne beweis­kräf­ti­gen Unter­su­chun­gen vor­lie­gen, gehe ich davon aus, dass tat­säch­lich die gute Art Val­lis­ne­ria natans im Han­del ist.

V. natans hat mit­tel­grü­ne, schma­le Blät­ter, die in der obe­ren Hälf­te gezähnt sind. Die Blät­ter errei­chen die Län­ge von 50 bis 100 Zen­ti­me­tern und las­sen ande­ren, klei­ne­ren Aqua­ri­en­pflan­zen noch genug Licht. Die Pflan­zen sind sehr anspruchs­los und ihre Kul­tur­be­din­gun­gen ent­spre­chen denen von Val­lis­ne­ria spi­ra­lis. Von letz­te­rer unter­schei­den sie sich durch eine abge­run­de­te Blatt­spit­ze. Eini­ge Groß­händ­ler bie­ten aller­dings alle glatt­blätt­ri­gen Val­lis­ne­ri­en als V. spi­ra­lis an. Im Ein­zel­han­del bekommt der Kun­de dann je nach Ver­füg­bar­keit die eine Woche V. natans und in der nächs­ten Woche V. spi­ra­lis aber immer mit dem Label “Val­lis­ne­ria spi­ra­lis” ver­se­hen.

Den meis­ten Aqua­ria­nern dürf­te es egal sein, zumal bei­de Arten glei­che Ansprü­che haben und sich in der Wuchs­form kaum unter­schei­den. Ich per­sön­lich fin­de es aller­dings ärger­lich, habe es aber inzwi­schen auf­ge­ge­ben, jedes­mal eine uner­träg­li­che Dis­kus­si­on mit den Lie­fe­ran­ten zu füh­ren. Wer unbe­dingt die ech­te Val­lis­ne­ria spi­ra­lis haben möch­te, dem emp­feh­le ich die Val­lis­ne­ria spi­ra­lis “Tiger” von Tro­pi­ca. Wer hin­ge­gen Inter­es­se an der ech­ten Val­lis­ne­ria natans hat, dem kann ich die Bund­pflan­zen von Tro­pi­ca (hier jedoch als Val­lis­ne­ria ame­ri­ca­na ’natans’ bezeich­net) emp­feh­len.

Vallisneria americana natans 055 Bund

Vallisneria spiralisVal­lis­ne­ria ame­ri­ca­na natans ist eine pfle­ge­leich­te, aus Asi­en stam­men­de Roset­ten­pflan­ze, wel­che in Warm- und Kalt­was­ser gedeiht. Schnell wach­send, eig­net sich die Art her­vor­ra­gend zur Erst­be­pflan­zung und zum Ein­stieg in die Aqua­ris­tik.

Welche Vallisnerie ist die beste Wasserpflanze für mein Aquarium?

Als Aqua­ria­ner stellt man sich oft die Fra­ge, wel­che von den in Han­del befind­li­chen Val­lis­ne­ri­en die geeig­ne­te für das eige­ne Becken ist. Um die­se zu beant­wor­ten, soll­te man sich an ers­ter Stel­le fol­gen­de Fra­gen stel­len:

Wie viel Platz habe ich?
Bei einem klei­nen Becken wäre Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ‘Tor­ti­fo­lia‘ oder Val­lis­ne­ria nana die rich­ti­ge Wahl. Brau­che ich eine beson­ders unkom­pli­zier­te, anspruchs­lo­se Pflan­ze, dann ist die Val­lis­ne­ria spi­ra­lis geeig­net, obwohl auch ande­re Val­lis­ne­ri­en ein­fach in der Kul­tur sind. Wer eine Pflan­ze mit einer inter­es­san­ten Blatt­form sucht, kann bei Val­lis­ne­ria asia­ti­ca oder Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ‘Tor­ti­fo­lia‘ zugrei­fen, die sehr deko­ra­ti­ve, gedreh­te Blät­ter haben. Als Pflan­ze mit far­bi­gen Blät­tern ist die Val­lis­ne­ria spi­ra­lis ‘Tiger‘ die rich­ti­ge Wahl, weil sie bei guter Beleuch­tung schö­ne Blatt­mus­ter auf­weist.

Wenn man ein sehr gro­ßes Becken hat, sind stark wach­sen­de Pflan­zen von Vor­teil, dazu gehört unter ande­rem Val­lis­ne­ria gigan­tea.

Im mit­tel­gro­ßen Becken sind die Pflan­zen von Val­lis­ne­ria natans oder Val­lis­ne­ria spi­ra­lis an dem rich­ti­gen Platz, obwohl man auch in grö­ße­ren Becken die klei­ne­ren Val­lis­ne­ri­en benut­zen kann und zwar in Vor­der- und Mit­tel­grund.

Stim­men die Umge­bungs­pa­ra­me­ter?
Wenn das Nähr­stoff- sowie das Licht­an­ge­bot den Ansprü­chen der gewähl­ten Val­lis­ne­rie ent­spre­chen, steht der Anschaf­fung nichts mehr im Wege. Nun hängt es nur noch von Ihrem per­sön­li­chen Geschmack ab, für wel­che Art Sie sich ent­schei­den. Soll­ten Sie wei­te­re Fra­gen haben, erhal­ten Sie fach­män­ni­sche Hil­fe im Fach­han­del.

Haben Sie Fra­gen zur Was­ser­pflan­zen­gat­tung Val­lis­ne­rie (Was­ser­schrau­be) oder wei­te­re Anre­gun­gen zum The­ma? Wir freu­en uns über Kom­men­ta­re!

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