Was Aquarianer über submerse Bundpflanzen wissen sollten

Bei den submers gewachsenen Bundpflanzen handelt es sich in der Regel um reine Wasserpflanzen. Das sind Arten, die nur unter Wasser gedeihen und demnach auch submers produziert werden müssen.
Dazu zählen die Gattungen Vallisneria, Cabomba, Myriophyllum, Lagarosiphon, Najas, Egeria und einige andere.

Diese Pflanzen werden fast ausschließlich aus Asien importiert. Sie werden in den großen spezialisierten Gärtnereien auf den Philippinen, Malaysia, Thailand und Indonesien produziert, gebündelt und per Luftfracht in alle Welt versendet.
Hier in Europa übernehmen einige Importeure wie Dennerle, Tropica oder Stoffels die Verteilung an die Zoohandlungen. Das Ganze läuft dann so ab, dass in der Regel einmal pro Woche die Lieferung auf einem der großen Frachtflughäfen Frankfurt, Düsseldorf oder Kopenhagen ankommt und per LKW zu den großen Gärtnereien transportiert wird. Hier werden die Pflanzen in speziellen Kühlhäusern bei 8-10 °C eingelagert bis die Auslieferung an die Zoohandlungen erfolgt.

Wenn die Bestellung seitens der Zoohandlung erst kurz vor dem Eintreffen der neuen wöchentlichen Lieferung erfolgt, dann waren die Pflanzen also schon zwei Tage bei 30°C im Flieger unterwegs und haben fast eine Woche im dunklen Karton im Kühlhaus verbracht. Im Wissen um diesen Sachverhalt wundert man sich dann auch nicht mehr, warum die Vallisnerien manchmal schon etwas mitgenommen aussehen und warum die Cabomba am Stängelende nicht mehr knackig frisch sein kann. Für erfahrene Gärtner stellt das aber kein Problem dar. Man schneidet die unteren Enden der Bunde sowieso bis ins gesunde Gewebe zurück. Die Kopfstecklinge treiben dann im warmen Aquarienwasser schnell Wurzeln und wachsen problemlos weiter.

Behandlung der einzelnen Gattungen:

Vallisneria
Die Wurzeln der Vallisnerien werden in den Heimatgärtnereien bereits auf etwa 2 cm eingekürzt. Das macht man deshalb, weil die alten Wurzeln nicht in der Lage sind, am neuen Standort im Aquarium zu überleben. Sie sterben ab. Die Pflanze bildet aus dem Meristem neue Wurzeln und zehrt während dieser Zeit aus ihren Nährstoffspeichern. Darum schafft sie es in der Regel auch nicht, alle alten Blätter zu versorgen. Entfernen Sie deshalb die ältesten Blätter und lassen Sie nur die 3 vitalen Herzblätter stehen. Besonders lange Exemplare sollten dabei auf etwa 30-40 cm gekürzt werden.
Wenn die Pflanzen wegen der kurzen Wurzeln nicht im Bodengrund bleiben wollen, muss man sie für die ersten Tage mit einem Stein fixieren.

Cabomba, Myriophyllum, Egeria, Lagarosiphon
Die feinblättrigen Arten neigen dazu, bereits wenige Tage nach der Ernte am unteren Stängelende Fäulnis zu bilden. Das ist in erster Linie auf die Verletzung durch den Schnitt zurückzuführen. Wäre die Pflanze in ihrer natürlichen Umgebung, hätte sie genügend Abwehrkräfte um eindringende Erreger zu bekämpfen und die Wunde zu verschließen. Auf dem dunklen Transport und der anschließenden Lagerung im Kühlhaus gelingt ihr dies aber nicht, weil die Stoffwechselprozesse zum Erliegen kommen.
Wir schneiden deswegen den unteren Teil des Stängels bis ins gesunde Gewebe zurück. Dafür eignet sich ein scharfes Messer oder eine Schere. Danach werden die Blätter der unteren beiden Blattknospen vorsichtig entfernt. Die Stängel werden in den Bodengrund gesteckt, ohne die Sprossachse zu quetschen oder zu knicken. Dabei muss zumindest die untere Blattknospe besser jedoch die beiden unteren Knospen mit dem Bodengrund in Berührung kommen.

Ceratophyllum
Das Hornblatt Ceratophyllum wird nicht als Bund sondern als lose Portion in einer Dose geliefert. Manchmal bestehen die Portionen von Dennerle aus mehreren kleinen Teilstücken, welche man anfangs nicht einpflanzen kann. Deswegen sollte man Ceratophyllum in der ersten Zeit frei flutend kultivieren. Aus den größeren Teilstücken bilden sich innerhalb von 2-3 Wochen ca. 30 cm lange, verzweigte Pflanzen, die dann bei Bedarf auch am Boden fixiert werden können.

Echinodorus
Echinodoren gelangen in der Regel als getopfte Aquarienpflanzen in den Handel. Einige Arten wie zum Beispiel Echinodorus bleherae bekommt man auch als Bundpflanze. Die Pflanzen werden in den großen Farmen auf Malaysia, den Philippinen oder in Indonesien emers produziert und für den Transport vorbereitet. Die Wurzeln werden dabei auf eine Länge von etwa 2 cm eingekürzt. Seitdem für Bleibänder hohe Gebühren fällig werden, setzen viele Gärtnereien Tonringe zum Beschweren der Pflanzen ein. Pro Ring werden je nach Größe 1-2 Echinodorusjungpflanzen verwendet. Die Tonringe und die Schaumstoffeinlagen zum Schutz der Pflanzen werden vor dem Einpflanzen entfernt. Die Pflanzen bilden im Aquarium komplett neue Wurzeln. Die alten Wurzeln dienen eigentlich nur dazu, die Pflanze in den ersten Tagen im Boden zu halten. Sie sterben danach immer ab, egal, ob man sie einkürzt oder nicht.

Wie man Echinodoren richtig für das Einpflanzen vorbereitet lesen Sie hier: Echinodorus-zum-Einpflanzen-vorbereiten