Garnele auf Aquarienpflanze

Garnelensterben durch neue Pflanzen im Aquarium: Das steckt wirklich dahinter

Veröffentlicht von

Das Ein­set­zen neu­er Pflan­zen ist ein gro­ßes The­ma bei Gar­ne­len­hal­tern. Immer wie­der wird von Mas­sen­ster­ben nach dem Kauf neu­er Pflan­zen berich­tet. Man hört von Dün­ger­rück­stän­den, die schäd­lich für die Gar­ne­len sein sol­len, oder von Pes­ti­zi­den, die im Ein­satz sind. Es wird oft gera­ten, Pflan­zen vor dem Ein­set­zen zu wäs­sern. Doch dabei neh­men sie häu­fig Scha­den. Wer die Ursa­chen kennt, der kann ein Gar­ne­lenster­ben nach dem Pflan­zen­kauf jedoch ver­hin­dern. Wir klä­ren Sie auf und ver­ra­ten Ihnen, wel­che Pflan­zen sicher für Gar­ne­len sind.

Garnelen sterben nach dem Einsetzen neuer Aquarienpflanzen

Für Gar­ne­len­lieb­ha­ber ist es ein Hor­ror­sze­na­rio: Nach dem Ein­set­zen neu­er Pflan­zen ins Aqua­ri­um zei­gen die Gar­ne­len Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen, schie­ßen unkon­trol­liert im Aqua­ri­um umher und ver­en­den in gro­ßer Zahl. Immer wie­der hört man von sol­chen Erfah­run­gen. Die genau­en Ursa­chen ken­nen die meis­ten nicht. Daher haben vie­le Aqua­ria­ner Angst, Was­ser­pflan­zen aus dem Han­del in ihr Aqua­ri­um ein­zu­set­zen. Das ist jedoch in den meis­ten Fäl­len unbe­grün­det. In eini­gen weni­gen Fäl­len aber gibt es tat­säch­lich eine Gefahr durch Was­ser­pflan­zen für die Gar­ne­len. Wer die Zusam­men­hän­ge kennt, weiß, wel­che gar­ne­len­si­che­ren Pflan­zen beden­ken­los ins Becken gesetzt wer­den kön­nen.

Garnelen-auf-Mooskugel Moos­ku­geln wer­den aus der Natur ent­nom­men und sind für Gar­ne­len unge­fähr­lich.
Sumatrafarn ist für Garnelen geeignet.Getopf­te, emers gezo­ge­ne Aqua­ri­en­pflan­zen (hier der Suma­trafarn Cer­atop­te­ris tha­lic­troi­des) sind in aller Regel unbe­las­tet und kön­nen ohne län­ge­re Wäs­se­rung in Aqua­ri­en mit Gar­ne­len ein­ge­setzt wer­den.
Moose sind unbedenkliche Pflanzen für GarnelenaquarienMoo­se sind für Gar­ne­len­aqua­ri­en immer eine gute Wahl. Sie wer­den in der Gärt­ne­rei unter Bereg­nungs­an­la­gen gezo­gen und benö­ti­gen kei­ne Schäd­lings­be­kämp­fung wäh­rend des Wachs­tums. Egal ob InVi­tro oder als Por­ti­on, bei­de Vari­an­ten sind emp­feh­lens­wert.

Garnelensterben durch Wasserpflanzen: Das sind die Fakten

Wenn Gar­ne­len nach dem Ein­set­zen neu­er Pflan­zen ster­ben, liegt das oft an Pes­ti­zi­den, die über die Aqua­ri­en­pflan­zen ins Was­ser gelan­gen. Vie­le Bund­pflan­zen wer­den aus gro­ßen Züch­te­rei­en in Asi­en impor­tiert. Eini­ge davon wach­sen nur sub­mers, also unter Was­ser z.B. Was­ser­pest, Cabom­ba, Val­lis­ne­ria und man­che Myrio­phyl­lum. Die­se wer­den in regel­mä­ßi­gen Abstän­den mit Pes­ti­zi­den behan­delt, um gegen Schne­cken und ande­re Para­si­ten vor­zu­ge­hen. Vor dem Wei­ter­ver­kauf muss eine Karenz­zeit von in der Regel drei Wochen ein­ge­hal­ten wer­den. Wäh­rend die­ser Zeit wird das Gift abge­baut und es kön­nen kei­ne Rück­stän­de ins Aqua­ri­um gelan­gen.  Hal­ten die Ursprungs­gärt­ne­rei­en die­se War­te­zei­ten nicht oder nur unge­nü­gend ein, gelan­gen die Pflan­zen mit­samt Pes­ti­zid­rück­stän­den zu uns in den Han­del. Das kann pha­sen­wei­se der Fall sein, wenn kurz­fris­tig gegen bestimm­te Insek­ten und Schne­cken vor­ge­gan­gen wer­den muss, um nicht den kom­plet­ten Pflan­zen­be­stand zu ver­lie­ren. In die­sen Zei­ten wird dann auch in Inter­net­fo­ren ver­mehrt vom Gar­ne­lenster­ben berich­tet, weil alle Zoo­hand­lun­gen ihre Pflan­zen aus den glei­chen Quel­len bezie­hen.

In der Regel wird die Karenz­zeit ein­ge­hal­ten und die ange­bo­te­nen Pflan­zen sind gar­ne­len­si­cher.
Eine 100%ige Sicher­heit gibt es jedoch nicht. Die gro­ßen Impor­teu­re wis­sen das und emp­feh­len inzwi­schen auch, bestimm­te Pflan­zen­ar­ten wie Was­ser­pest erst nach lan­ger Wäs­se­rung oder über­haupt nicht für Gar­ne­len­aqua­ri­en zu ver­wen­den. Als Gar­ne­len­hal­ter soll­ten Sie es aber kei­nes­falls dar­auf ankom­men las­sen. Wenn es denn unbe­dingt Was­ser­pest oder Cabom­ba sein soll, dann bit­te nur aus Aqua­ri­en, in wel­chen sie schon meh­re­re Wochen gewach­sen sind oder wenn der unten ste­hen­de Test die Unbe­denk­lich­keit bestä­tigt.

Es ist kei­ne Lösung, Aqua­ri­en­pflan­zen nach dem Kauf im Eimer zu wäs­sern.
Selbst wenn Sie das Was­ser fil­tern und stän­dig wech­seln: Es ist kaum mög­lich, bei einer belas­te­ten Pflan­ze alle Pes­ti­zid­rück­stän­de zu besei­ti­gen, ohne dass die Pflan­ze dabei zugrun­de geht. Im Eimer „zwi­schen­ge­la­gert“ ist es ein Lauf gegen die Zeit, sie am Leben zu erhal­ten, wäh­rend sie die Pes­ti­zi­de nur nach und nach abgibt – bis zu 14 Tage kann das dau­ern.
Wenn Sie wirk­lich sicher sein wol­len, dann gehen Sie fol­gen­der­ma­ßen vor:
Die neu gekauf­ten Pflan­zen legen Sie in eine gro­ße Schüs­sel mit eini­gen Litern Aqua­ri­en­was­ser. Set­zen Sie eine Gar­ne­le aus dem Aqua­ri­um hin­zu und beob­ach­ten Sie die­se genau in Bezug auf Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten. Sie müs­sen nicht die gan­ze Zeit dabei blei­ben. Wenn die Gar­ne­le sich nach eini­gen Minu­ten noch nor­mal ver­hält, reicht es nach einer hal­ben Stun­de noch ein­mal zu schau­en. Wenn nach zwei Stun­den kei­ne Auf­fäl­lig­kei­ten zu sehen sind, dann kön­nen die Pflan­zen unbe­denk­lich ins Gar­ne­len­aqua­ri­um. Benimmt sich die Gar­ne­le auf­fäl­lig, liegt auf der Sei­te oder ver­sucht das Was­ser panik­ar­tig zu ver­las­sen, dann sind die Pflan­zen belas­tet und nicht fürs Aqua­ri­um geeig­net.

Garnelen und Anubias

Man­che Aqua­ria­ner berich­ten auch von Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen bei Gar­ne­len nach dem Ein­set­zen von Pflan­zen der Gat­tung Anu­bi­as. Anfangs wur­de das auf eine mög­li­che Abga­be von Oxal­säu­re durch die Pflan­zen zurück­ge­führt. Inzwi­schen weiß man aber, dass die Oxal­säu­re nicht das Haupt­pro­blem ist. In eini­gen Zel­len der Anu­bi­en befin­den sich win­zi­ge Kris­tall­na­deln zusam­men­ge­packt in soge­nann­ten Raphi­den­bün­deln. Sie bestehen aus Cal­ci­um­oxa­lat und sind was­ser­un­lös­lich. Wer­den die Pflan­zen ver­letzt, gelan­gen unzäh­li­ge die­ser win­zi­gen Nadeln ins Aqua­ri­um, wer­den durch die Gar­ne­len auf­ge­nom­men und füh­ren hier wahr­schein­lich zu Organ­schä­den. Aller­dings tritt die­ses Pro­blem nur bei groß­flä­chi­gen Ver­let­zun­gen der Pflan­zen auf. Man muss des­we­gen nicht auf den Ein­satz von Anu­bi­en in Gar­ne­len­be­cken ver­zich­ten, soll­te beim Zurück­schnei­den aber mode­rat vor­ge­hen. Quel­le: Jens Kauf­mann

Welche Pflanzen sind sicher für Garnelen?

Wol­len Sie Pflan­zen für das Gar­ne­len­aqua­ri­um kau­fen, die garan­tiert frei von Pes­ti­zi­den sind, dann haben Sie fol­gen­de Wahl­mög­lich­kei­ten:

  1. Pflan­zen aus euro­päi­schen Gärt­ne­rei­en, die über Was­ser (emers) gezo­gen wur­den
  2. getopf­te Arten, wel­che nicht sub­mers gewach­sen sind
  3. InVi­tro-Pflan­zen, die im Labor gewach­sen sind (Meris­tem­kul­tur)
  4. Aqua­ri­en­pflan­zen, die als „gar­ne­len­si­cher“ gekenn­zeich­net sind bzw. die Ihnen Ihr Händ­ler emp­fiehlt
  5. Ver­wen­den Sie Was­ser­pest, Cabom­ba und Myrio­phyl­lum als Bund in Gar­ne­len­aqua­ri­en nur nach aus­rei­chend lan­ger Wäs­se­rung in einem ande­ren Aqua­ri­um (min­des­tens zwei Wochen).

 Javamoos (Taxophyllum barbieri) aus Meristemkultur

Garnelensichere-Wasserpflanze-JavamoosVie­le Aqua­ri­en­pflan­zen erhal­ten Sie als Meris­tem­kul­tu­ren. Die im Labor gezo­ge­nen Pflan­zen wer­den in einer Nähr­lö­sung her­an­ge­zo­gen und kön­nen nach dem Kauf sofort in das Gar­ne­len­be­cken gesetzt wer­den. Hier haben Gar­ne­len­hal­ter sicher nichts zu befürch­ten. Das hier gezeig­te Java­moos ist eine belieb­te Pflan­ze für Gar­ne­len­aqua­ri­en. Sie dient als Fut­ter­platz genau­so wie als Rück­zugs­ort und Ver­steck.

wei­te­re gar­ne­len­si­che­re Aqua­ri­en­pflan­zen ent­de­cken

Die meis­ten Aqua­ri­en­pflan­zen aus dem Han­del sind für Gar­ne­len völ­lig unge­fähr­lich. Sie kön­nen sie unbe­sorgt ohne wei­te­res in Ihr Gar­ne­len­aqua­ri­um ein­set­zen. Mei­den Sie ledig­lich die Sor­ten, bei denen das oben beschrie­be­ne Pro­blem auf­tre­ten kann. Seit­dem der Ver­kauf von Cabom­ba caro­li­nia­na in Euro­pa ver­bo­ten ist, geht die größ­te Gefahr für Gar­ne­len von Ege­ria den­sa (Was­ser­pest) aus. Bei allen Fäl­len von Gar­ne­lenster­ben, von denen ich Kennt­nis erhal­ten habe und bei denen Pflan­zen als Ursa­che in Fra­ge kom­men, waren immer Ege­ria oder Cabom­ba unter den neu ein­ge­setz­ten Pflan­zen.

Ein guter Aqua­ri­en­pflan­zen­händ­ler wird Sie zum The­ma Gift in Was­ser­pflan­zen und Gar­ne­lenster­ben ger­ne bera­ten. Er wird Ihnen Pflan­zen für das Gar­ne­len­aqua­ri­um emp­feh­len, die Sie beden­ken­los ver­wen­den kön­nen.

Kann ich ein neues Aquarium für Garnelen mit Bundpflanzen einrichten?

Bei der Ein­rich­tung des Gar­ne­len­be­ckens kön­nen Sie Bund­pflan­zen ver­wen­den, wenn Sie das Becken aus­rei­chend lan­ge ein­fah­ren. Die übli­chen sechs Wochen mit regel­mä­ßi­gen Teil­was­ser­wech­seln genü­gen nor­ma­ler­wei­se, um mög­li­che Pes­ti­zid­rück­stän­de zu besei­ti­gen. Das Becken soll­te nun für Gar­ne­len sicher sein. Eine abso­lu­te Garan­tie gibt es aller­dings nur bei oben genann­ten Optio­nen. Mehr zum The­ma Gar­ne­len­aqua­ri­um ein­rich­ten erfah­ren Sie in unse­rem Rat­ge­ber­bei­trag hier im Blog.

Was sind Ihre Erfah­run­gen mit Gar­ne­len und Ver­gif­tun­gen durch neu gekauf­te Aqua­ri­en­pflan­zen? Wir freu­en uns über Ihre Kom­men­ta­re!

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.