Garnelenbecken - Pflanzen

Garnelen Aquarium einrichten – Ratgeber für Einsteiger

Veröffentlicht von

Wer ein Gar­ne­len­aqua­ri­um ein­rich­ten möch­te, kann mit ein­fa­chen Mit­teln einen attrak­ti­ven und gesun­den Lebens­raum schaf­fen. Die­se Anlei­tung zeigt Schritt für Schritt, wor­auf Sie bei Boden­grund, Pflan­zen, Fil­ter­tech­nik und Was­ser­wer­ten ach­ten soll­ten. Sie rich­tet sich beson­ders an Aqua­ris­tik-Neu­lin­ge und erklärt pra­xis­nah, wie ein Gar­ne­len­be­cken für Anfän­ger gelingt. Mit unse­ren Tipps und Bei­spie­len ler­nen Sie, wie Sie gar­ne­len­si­che­re Fil­ter nut­zen und wel­che Ein­rich­tungs­ideen Ihre Gar­ne­len lieben.

Bodengrund für Ihr Garnelen Aquarium

Der Boden­grund für Zwerg­gar­ne­len soll­te aus fei­nem, run­dem Kies oder Aqua­soil bestehen. Für die meis­ten Zwerg­gar­ne­len (wie Red Cher­ry, Japa­ni­sche Tiger­gar­ne­le etc.) emp­fiehlt sich ein mit­tel­kör­ni­ger Kies oder spe­zi­ell auf­be­rei­te­ter Boden­grund. Ein gro­ber Kies ist ungüns­tig, da Fut­ter unter den Stei­nen ver­lo­ren gehen kann. Vie­le Gar­ne­len füh­len sich auf dunk­lem Unter­grund beson­ders wohl, außer­dem kom­men dort ihre Far­ben bes­ser zur Gel­tung. Daher ist ein dunk­ler Boden­grund (z.B. dunk­les Sand­kies oder Shrimp Soil) ide­al, um Far­ben von Neo­ca­ri­di­na- oder Cari­di­na-Gar­ne­len zu betonen.

Bienengarnele Cari­di­na cf. can­to­nen­sis – Bie­nen­gar­ne­le “Crys­tal Red”

Tipp: Lagern Sie im Gar­ne­len­be­cken ruhig etwas Mulm und Algen­res­te ein. Gar­ne­len fin­den hier reich­lich Fut­ter­res­te. Ach­ten Sie aber auf sta­bi­le Was­ser­wer­te und rei­ni­gen Sie das Becken regelmäßig.

Pro­dukt­tipp: Für ein Ein­stei­ger­be­cken eig­net sich z.B. ein bio­lo­gi­sches Gar­ten­sub­strat oder ein spe­zi­el­les Aqua­soil (gesäu­er­ter Boden), das Nähr­stof­fe abgibt und pH stabilisiert.

Dekor: Wurzeln und Steine für das Garnelen Aqauarium

Gar­ne­len lie­ben viel­fäl­ti­ge Ver­ste­cke und Struk­tu­ren. Zwei wich­ti­ge Gestal­tungs­ele­men­te sind Wur­zeln und Stei­ne.

Wurzeln im Garnelenaquarium

Natür­li­che Wur­zeln (z.B. Moor­wood, Mopa­ni) sind ide­al, weil sie Struk­tur bie­ten und von Gar­ne­len als „Fut­ter­platz“ genutzt wer­den. Durch die im Holz ent­hal­te­nen Gerb­stof­fe wer­den leicht säu­ern­de Humin­stof­fe ans Was­ser abge­ge­ben, was von vie­len Gar­ne­len­hal­tern geschätzt wird. Mit der Zeit bräu­nen Wur­zeln im Was­ser nach etwa 1–4 Wochen, was den Farb­ton des Beckens har­mo­ni­siert. Wur­zeln bie­ten zudem Auf­wuchs für Braun­al­gen und Mikro­or­ga­nis­men – eine natür­li­che Fut­ter­quel­le für Gar­ne­len. Nicht zuletzt bie­ten Wur­zeln die Mög­lich­keit, durch das Auf­bin­den von Auf­sit­zer­pflan­zen oder Moo­sen, das Gar­ne­len­be­cken beson­ders abwechs­lungs­reich zu gestalten.

Microsorum pteropus Windelov (8–10 cm) – Farn auf Wurzelstück

Garnelenbecken einrichten - Microsorum auf WurzelWur­zeln, die schon mit Auf­sit­zer­pflan­zen oder Moo­sen bestückt sind, erhal­ten Sie im Aqua­ri­en­pflan­zen­han­del in gro­ßer Aus­wahl. Die Wur­zeln sind bereits aus­gie­big gewäs­sert und trei­ben im Aqua­ri­um nicht auf. Die­ses Bei­spiel zeigt ein etwa zwölf Zen­ti­me­ter lan­ges Wur­zel­stück mit einem auf­ge­bun­de­nen Micro­sorum. Dabei han­delt es sich um eine klein­blei­ben­de, beson­ders hüb­sche Vari­an­te des Javafarns.

Ach­tung: Ver­wen­den Sie nur unbe­han­del­te, pes­ti­zid­freie Aqua­ri­um­wur­zeln. Vie­le Tro­pen­holz­wur­zeln wer­den che­misch kon­ser­viert. Nach aktu­el­len EU-Richt­li­ni­en soll der Ein­satz von Pes­ti­zi­den in Land­wirt­schaft und Pflan­zen­schutz stark redu­ziert wer­den. Nur so blei­ben Pflan­zen und Deko­holz für unse­re Gar­ne­len sicher. Prü­fen Sie beim Kauf, dass die Wur­zel zer­ti­fi­ziert als aqua­ris­tisch geeig­net gilt und geben Sie Ihr ggf. vor­her in kla­rem Was­ser kräf­tig aus.

Spiderwood (20–30 cm) – ideal zum Aufbinden von Moosen

Garnelenaquarium einrichten - WurzelnSpi­der­wood mit sei­nen fei­nen Ver­äs­te­lun­gen eig­net sich per­fekt, um einen natur­ge­treu­en Lebens­raum im Gar­ne­len­be­cken zu erschaf­fen. Beson­ders mit Auf­sit­zer­pflan­zen oder Moo­sen sieht es toll aus. Neue Wur­zeln soll­ten grund­sätz­lich vier Wochen in einem gro­ßen Gefäß gewäs­sert wer­den (opti­mal eig­net sich dafür die Regen­ton­ne) . Das Was­ser soll­te mehr­mals gewech­selt wer­den. Die Wur­zel erhält erst nach eini­gen Tagen ihre erd­brau­ne Farbe.

Wur­zeln kön­nen mit Auf­sit­zer­pflan­zen oder Moo­sen bepflanzt wer­den, um dich­ten Bewuchs zu schaf­fen. Schon ein klei­nes, mit Java­farn oder Moos bewach­se­nes Wur­zel­stück berei­chert das Gar­ne­len­be­cken optisch.

Steine im Garnelenaquarium

Stei­ne die­nen als Höh­len und Klet­ter­land­schaf­ten. Wäh­len Sie jedoch kalk­freie Gestei­ne (z.B. Dolo­mit, Bach­kie­sel, Gra­nit). Kalk­hal­ti­ge Stei­ne (z.B. Muschel­kalk, Krei­de) erhö­hen die Was­ser­här­te und pH, was die meis­ten Gar­ne­len (ins­be­son­de­re Cari­di­na-Arten) stört. Tes­ten Sie Stein­pro­ben ein­fach mit etwas Essig: Schäu­men sie auf, ent­hält der Stein Kalk.

Steinset “Minilandschaft” für kleine Aquarien — optimal für das Garnelenbecken

Sets aus Stei­nen sind eine prak­ti­sche Mög­lich­keit, das Gar­ne­len­be­cken ein­zu­reich­ten. Für Aqua­ri­en bis etwa 30 Zen­ti­me­ter Kan­ten­län­ge eig­net sich zum Bei­spiel die­ses Set. In Gar­ne­len­be­cken wirkt es beson­ders fas­zi­nie­rend, wenn mit Stei­nen und ande­ren Deko­ra­ti­ons­ge­gen­stän­den eine “Minia­tur­land­schaft” erschaf­fen wird. Wäh­len Sie daher am bes­ten ein Gestein mit einer inter­es­san­ten Struk­tur oder Musterung.

Tipp: Mau­ern oder Höh­len aus Stein­sets (z.B. Aqua­ri­um-Schie­fer­land­schaf­ten oder eigens gefer­tig­te Ter­ra­ri­en-Klet­ter­ber­ge) schaf­fen Rück­zugs­mög­lich­kei­ten. Ach­ten Sie dar­auf, dass kei­ne losen Tei­le kip­pen können.

Bie­ten Sie eine abwechs­lungs­rei­che Land­schaft: Kom­bi­nie­ren Sie fla­che Schie­fer­plat­ten, Lava­stein oder Sand­stein mit Moos- und Farn­be­wuchs. So ent­ste­hen vie­le Verstecke.

Pflanzen für das Garnelen Aquarium

Reich­lich Pflan­zen sind ein Muss im Gar­ne­len­aqua­ri­um. Sie bie­ten Ver­steck, Laich­mög­lich­kei­ten und Fut­teral­gen. Beson­ders fein­fied­ri­ge Was­ser­pflan­zen (z.B. Cabom­ba, Was­ser­hya­zin­then, Horn­kraut) sind beliebt, weil Gar­ne­len den dar­in hän­gen­den Schwe­be­stoff auf­gra­sen. Auch flot­tie­ren­de Pflan­zen (z.B. Was­ser­lin­sen) fil­tern Nitra­te und bie­ten Schatten.

Boden­de­cker (z.B. Hemi­an­thus, Eleo­charis) hal­ten Gar­ne­len­nach­wuchs in Boden­nä­he und sam­meln unter ihren Blät­tern Mulm als Fut­ter­quel­le. Moo­se sind beson­ders nütz­lich: Java- und Wee­ping-Moos bie­ten fei­ne Haft­flä­chen. Gar­ne­len fres­sen dar­auf Algen und Bio­film ab. Wee­ping Moos (Vesi­cu­la­ria fer­riei) hängt schön her­ab und kann auf Holz oder Stei­nen auf­ge­bun­den werden.

Weeping Moos — faszinierende Optik im Garnelenbecken

Moos für Garnelenbecken - Weeping MoosZu den belieb­tes­ten Moo­sen gehört das Wee­ping Moos. Die her­ab­hän­gen­den Wedel bil­den einen hüb­schen Anblick. Beson­ders gut kommt das Wee­ping Moos im Gar­ne­len­aqua­riuim zur Gel­tung, wenn Sie es auf Wur­zeln oder Stei­ne auf­bin­den. Selbst klei­ne Kunst­wer­ke wie Minia­tur­bäu­me oder anspruchs­vol­le Aquas­ca­ping-Pro­jek­te las­sen sich mit die­sem Moos her­vor­ra­gend verwirklichen.

Tipp: Sei­en Sie bei der Hal­tung von Gar­ne­len im Aqua­ri­um mit Moos nicht zu spar­sam. Moos für das Aqua­ri­um ver­dop­pelt sein Volu­men inner­halb von drei bis vier Wochen. Haben Sie zu Beginn nur eine kas­ta­ni­en­gro­ße Men­ge Moos, so brau­chen Sie eine gan­ze Wei­le, bis sich ein hüb­sches Pols­ter gebil­det hat. Star­ten Sie mit einer Hand­voll Moos, kön­nen Sie inner­halb kur­zer Zeit pro­blem­los eine gan­ze Becken­rück­wand begrü­nen. Fra­gen Sie Ihren Aqua­ri­en­pflan­zen­händ­ler nach Ange­bo­ten für grö­ße­re Men­gen Moos für das Gar­ne­len­aqua­ri­um, wie zum Bei­spiel die­ses Java­moos in der Por­ti­ons­do­se.

Ein Hin­weis zur Pflan­zen­hy­gie­ne: Kauf­a­qua­ri­en­pflan­zen kön­nen Rück­stän­de von Pflan­zen­schutz­mit­teln ent­hal­ten. In der EU soll der Pes­ti­zid­ein­satz bis 2030 hal­biert wer­den. Was das für Aqua­ria­ner bedeu­tet: Spü­len Sie neue Pflan­zen gut ab oder las­sen Sie sie in einem sepa­ra­ten Becken ste­hen, bevor Gar­ne­len zuge­zo­gen wer­den. Ent­schei­den Sie sich mög­lichst für zer­ti­fi­zier­te Aqua­ri­en­pflan­zen aus loka­len Zuch­ten (pes­ti­zid­frei).

Garnelenaquarium einrichten: Welcher Filter ist der richtige?

Ein gar­ne­len­si­che­rer Fil­ter ist ent­schei­dend. Gar­ne­len und vor allem Gar­ne­len­lar­ven kön­nen ins Filt­er­in­ne­re gera­ten und ster­ben. Des­halb gibt es eini­ge Kriterien:

  • Geschlos­se­ner Fil­ter: Außen­fil­ter oder Innen­fil­ter soll­ten abge­dich­tet bzw. mit fei­nem Schwamm oder Baum­woll­netz gesi­chert wer­den (soge­nann­te „Damen­strumpf-Metho­de“). So gelan­gen selbst win­zi­ge Gar­ne­len nicht ins Ansaugsystem.
  • Fil­ter­leis­tung: Die Pump­leis­tung muss zur Aqua­ri­en­grö­ße pas­sen. Typisch sind Model­le bis etwa die 2–3‑fache Liter­leis­tung pro Stun­de. Da vie­le Zwerg­gar­ne­len lang­sa­me Strö­mung bevor­zu­gen, genügt oft weni­ger Leis­tung als in einem Fisch­be­cken. Ledig­lich Fang­schre­cken­kreb­se (Fächer­gar­ne­len) mögen star­ke Strömung.

Fil­ter­ty­pen: Beson­ders beliebt sind Schwamm­fil­ter und Ham­bur­ger Mat­ten­fil­ter (HMF). Bei­de bie­ten gro­ße Ansied­lungs­flä­chen für nitri­fi­zie­ren­de Bak­te­ri­en, sind gar­ne­len­si­cher und leicht zu war­ten. Schwamm­fil­ter sind kom­pakt und fil­tern sehr sanft, sie neh­men kaum Platz weg. Mat­ten­fil­ter (gro­ße Fil­ter­mat­ten mit Luft­pum­pe) bie­ten noch mehr Auf­wuchs­flä­che und kön­nen mit Pflan­zen bewach­sen werden.

Schwammfilter für Garnelenaquarien Fein- bis mit­tel­po­ri­ge Schwamm­fil­ter sind ide­al geeig­net für Garnelenaquarien.

Tipp: Ein Schwamm­fil­ter, der von einer Luft­pum­pe befüllt wird (Luft­he­ber), ist sehr ruhig im Betrieb und güns­tig. Beach­ten Sie aber: Luft­he­ber ver­ur­sa­chen gele­gent­lich ein leicht hör­ba­res Brum­men durch die Pum­pe. Plat­zie­ren Sie die Pum­pe ggf. außer­halb des Wohn­rau­mes oder däm­men Sie sie.

Wei­te­re Optio­nen: Außen­fil­ter sind nur emp­feh­lens­wert, wenn der Ansaug mit fei­nem Schwamm gesi­chert und dicht ist. Innen­fil­ter soll­ten wenig beweg­li­che Tei­le haben. Ver­mei­den Sie Tur­bi­nen­fil­ter ohne Schutz­git­ter. Man­che Aqua­ria­ner set­zen auch auf einen klei­nen HMF mit exter­ner Pum­pe oder auf einen ein­fa­chen Luft­he­ber­fil­ter: Dabei zieht ein Luft­sprud­ler Was­ser durch eine U‑Rohr-Kon­struk­ti­on, die innen mit Fil­ter­ma­te­ri­al gefüllt ist – sehr scho­nend für Garnelen.

Hin­weis: Rei­ni­gen Sie den Fil­ter immer vor­sich­tig. Schal­ten Sie zuvor Fil­ter und Hei­zung ab. Spü­len Sie Fil­ter­ma­te­ri­al in Aqua­ri­en­was­ser oder mit Lei­tungs­was­ser sanft aus – keh­ren Sie also nie­mals Bors­ten direkt in Lei­tungs­was­ser aus, wenn noch Gar­ne­len im Becken sind.

Welchen Filter für das Garnelenaquarium? Alle Kriterien im Überblick

Wenn Sie ein Aqua­ri­um für Gar­ne­len ein­rich­ten, und einen neu­en Fil­ter anschaf­fen möch­ten, dann ver­wen­den Sie am bes­ten einen Schwamm­fil­ter oder einen Ham­bur­ger Mat­ten­fil­ter. Letz­te­rer ist nicht nur unge­fähr­lich für die Gar­ne­len, son­dern bie­tet mit sei­ner gro­ßen Ober­flä­che auch einen her­vor­ra­gen­den Futterplatz.

Vor­tei­le Nach­tei­le
Ham­bur­ger Mat­ten­fil­ter im Garnelenaquarium
  • gar­ne­len­si­cher
  • gute Fil­ter­leis­tung wegen der gro­ßen Ansie­de­lungs­flä­che für nitri­fi­zie­ren­de Bakterien
  • dadurch viel Wei­de­platz für Garnelen
  • kann mit Aqua­ri­en­pflan­zen bepflanzt werden
  • bean­sprucht viel Platz im Aquarium
  • Rei­ni­gung bzw. Aus­tausch rela­tiv aufwändig
Schwamm­fil­ter im Garnelenaquarium
  • gar­ne­len­si­cher
  • bean­sprucht nur wenig Platz
  • bie­tet eine “Wei­de­flä­che” für Garnelen
  • gut zu verstecken
  • leich­te Reinigung
  • Luft­he­ber und die exter­ne Pum­pe erzeu­gen Geräusche

Wasserwerte im Garnelen Aquarium

Gar­ne­len reagie­ren emp­find­lich auf Was­ser­här­te, Puf­fer­ka­pa­zi­tät und pH. Gene­rell gedei­hen Neo­ca­ri­di­na-Gar­ne­len (z.B. Red Cher­ry) in mit­tel­har­ten Wer­ten, wäh­rend Cari­di­na-Arten (z.B. Crys­tal Red) wei­che­res, leicht sau­res Was­ser mögen. Als Faust­re­gel gilt: Cari­di­na: pH 6,0–7,0; Neo­ca­ri­di­na: pH 6,5–7,5. Im Hob­by hat sich oft die­se Ein­tei­lung bewährt: Cari­di­na – GH 4–6°dH, KH 0–2°dH; Neo­ca­ri­di­na – GH 6–8°dH, KH 2–4°dH. Die fol­gen­de Tabel­le zeigt Richt­wer­te für typi­sche Arten:

Gar­ne­len­art (Bei­spiel) GH (°dH) KH (°dH) pH-Bereich
Red Cher­ry (Neo­ca­ri­di­na davidi) 6–8 2–4 6,5–7,5
Crys­tal Red (Cari­di­na cantonensis) 4–6 0–2 6,0–6,5
Ama­no-Gar­ne­le (Cari­di­na multidentata) 5–8 2–4 6,5–7,5
Japa­ni­sche Tiger­gar­ne­le (Cari­di­na japonica) 4–6 0–3 6,0–6,8

Die opti­ma­len Wer­te kön­nen je nach Stamm leicht vari­ie­ren. Neo­ca­ri­di­na-Arten ver­tra­gen etwas här­te­res, neu­tra­les bis leicht alka­li­sches Was­ser, wäh­rend vie­le Cari­di­na-Arten wei­ches, leicht sau­res Milieu bevor­zu­gen. Wich­tig ist vor allem ein sta­bi­les Gleich­ge­wicht. Kon­trol­lie­ren Sie regel­mä­ßig mit Was­ser­test-Kits die Para­me­ter (GH, KH, pH, Nitrit, Nitrat) – vor allem in der Ein­fahr­pha­se. Bei Bedarf pas­sen Sie mit auf­be­rei­te­tem Was­ser oder geeig­ne­ten Zusät­zen (z.B. Lei­tungs­was­ser­auf­be­rei­ter, Mine­ra­li­en) an.

Schritt-für-Schritt: Einfahren des Garnelen Aquariums (Tag 1–30)

Ein neu­es Gar­ne­len­aqua­ri­um muss zunächst ein­fah­ren, damit sich die nöti­gen Bak­te­ri­en eta­blie­ren (Nitri­fi­ka­ti­on). Gehen Sie so vor:

  1. Tag 1: Stel­len Sie das lee­re Aqua­ri­um auf. Legen Sie Boden­grund ein, deko­rie­ren Sie Wur­zeln, Stei­ne und Pflan­zen ein. Fül­len Sie vor­sich­tig tem­pe­rier­tes, ent­wäs­ser­tes Was­ser ein (etwa 24–26°C, kei­ne Chlo­rie­rung). Schlie­ßen Sie Hei­zung und Fil­ter an. Optio­nal kann man jetzt schon Star­ter­bak­te­ri­en (aus dem Han­del) oder einen klei­nen Hap­pen Fisch­fut­ter ins Was­ser geben, um Ammo­niak­quel­le zu schaffen.
  2. Tag 2–7: Über­wa­chen Sie die Was­ser­wer­te täg­lich. Zunächst ist das Aqua­ri­um „bio­lo­gisch tot“ – aber bald bil­den sich schlei­mi­ge Bak­te­ri­en­fil­me an Schei­ben und Wasseroberfläche.
    Ach­tung: Dies ist nor­mal! Es sind ers­te Bio­fil­me (Kahm­haut, „Abwas­ser­pilz“). Ein­mal täg­lich tes­ten Sie Ammoniak/NH₄⁺, Nitrit und Nitrat. Füt­tern Sie die Bak­te­ri­en wei­ter (biss­chen Gar­ne­len­fut­ter oder zer­sto­ße­ne Fisch­fut­ter­flo­cken). Wech­seln Sie bei stark stei­gen­dem Ammo­ni­ak (>0,5 mg/l) vor­sorg­lich 10–20% Was­ser aus, um für die Gar­ne­len spä­ter siche­re Wer­te zu haben.
  3. Tag 8–14: In die­ser Pha­se steigt meis­tens der Nitrit­peak. Ammo­ni­um wird nun von Bak­te­ri­en zu Nitrit umge­wan­delt (Nitrit kann toxisch für Gar­ne­len wer­den). Meist sieht man um Tag 10–14 erhöh­te Nitrit­wer­te und even­tu­ell ers­te Nitrat­bil­dung. Erhö­hen Sie jetzt die Was­ser­wech­sel auf 20–30% pro Woche, um die Gift­stof­fe zu sen­ken. Tes­ten Sie wei­ter flei­ßig. Es ist nor­mal, dass Nitrit vor­über­ge­hend zunimmt. Sor­gen Sie für leich­te Strö­mung im Becken, damit sich der Nähr­stoff­kreis­lauf stabilisiert.
  4. Tag 15–22: Die Nitrit­wer­te soll­ten jetzt lang­sam sin­ken (Nitri­fi­ka­ti­ons­bak­te­ri­en bau­en es zu Nitrat um). Ammo­ni­ak­wer­te sind gering. Nitrat kann anstei­gen (pflan­zen­freund­lich). Machen Sie einen gro­ßen Was­ser­wech­sel (z.B. 30–50%), wenn Nitrat über 50 mg/l steigt. Fügen Sie nach dem Wech­sel wei­ter­hin etwas Fisch­fut­ter als Bak­te­ri­en­fut­ter hin­zu. Die Bak­te­ri­en­po­pu­la­ti­on kon­so­li­diert sich – Sie nähern sich dem sta­bi­len Gleichgewicht.
  5. Tag 23–30: Nun ist das Becken fast ein­ge­fah­ren. Die Nitrit­wer­te lie­gen idea­ler­wei­se nahe 0, und es ist nur noch Nitrat im Was­ser (≤20–30 mg/l). Tes­ten Sie die Wer­te (pH, Nitrit, Nitrat) am Tag 30: Sind Nitrit und Ammo­ni­ak bei 0? Dann ist das Gar­ne­len­aqua­ri­um bereit. Füh­ren Sie gege­be­nen­falls einen wei­te­ren 30–50% Was­ser­wech­sel durch, um Nitrat zu redu­zie­ren. Nun kann die Füt­te­rung auf nor­ma­les Gar­ne­len­fut­ter umge­stellt wer­den (kei­ne Aro­ma­zu­sät­ze!). Spä­ter im Betrieb reicht ein bis zwei­mal die Woche Fut­ter in klei­nen Mengen.

Ach­tung: Set­zen Sie kei­ne Gar­ne­len vor Ablauf die­ser Ein­fahr­pha­se ein! Die frisch ein­ge­fah­re­ne Bak­te­ri­en­kul­tur braucht Zeit. Fal­scher Eil­mo­dus kann zu Alarm­zu­stän­den füh­ren. Gegen Tag 30 kön­nen Sie pro­be­wei­se eini­ge weni­ge (1–2) robus­te Gar­ne­len ein­füh­ren – aller­dings erst nach einem wei­te­ren Sicher­heits­test. Beob­ach­ten Sie die ers­ten Tage, bevor Sie Nach­schub geben.

Pflege und Sicherheitshinweise für das Garnelen Aquarium

Gar­ne­len sind pfle­ge­leicht, aber ein paar Regeln hel­fen, Rück­schlä­ge zu ver­mei­den: Pfle­gen Sie die Tech­nik stets tro­cken und sichern Sie alle Kabel gegen Feuch­tig­keit. Rei­ni­gen Sie den Fil­ter nie­mals unter Span­nung. Dre­hen Sie im Zwei­fels­fall Fil­ter und Hei­zung ab, wenn Sie Zube­hör rei­ni­gen. Gar­ne­len klet­tern nur aus dem Becken, wenn es ihnen wirk­lich schlecht geht (z.B. bei Sau­er­stoff­man­gel oder zu hoher Tem­pe­ra­tur). Schaf­fen Sie also von Anfang an sta­bi­le Bedingungen.

Ver­wen­den Sie aus­ge­spro­che­ne Gar­ne­len­nah­rung (z.B. Algen­gra­nu­lat, spe­zi­el­les Gar­ne­len­fut­ter) in klei­nen Men­gen. Ach­ten Sie dar­auf, dass kein Fut­ter auf dem Boden gam­melt – waschen Sie bei Über­füt­te­rung rest­li­che Res­te ab. Wech­seln Sie regel­mä­ßig (wöchent­lich 10–20%) Was­ser mit geeig­net auf­be­rei­te­tem Lei­tungs­was­ser (entchlort) oder Osmo­se­was­ser plus Mineralien.

Sicher­heit: Gar­ne­len reagie­ren emp­find­lich auf Kup­fer und ande­re Spu­ren­me­tal­le. Ver­wen­den Sie daher kei­ne Medi­ka­men­te mit Kup­fer­zu­satz und geben Sie kei­ne Pflan­zen­pfle­ge­mit­tel mit Her­bi­zi­den ins Becken. Am bes­ten kau­fen Sie orga­nisch gezüch­te­te oder zer­ti­fi­zier­te Aquariumpflanzen.

Mit die­ser Anlei­tung und etwas Geduld klappt das Gar­ne­len­aqua­ri­um ein­rich­ten pro­blem­los. Begin­nen Sie Schritt für Schritt, hal­ten Sie sich an die Hin­wei­se und tes­ten Sie Ihre Was­ser­wer­te regel­mä­ßig – so wird Ihr Gar­ne­len­be­cken ein lang­fris­ti­ges Erfolgserlebnis.

Häufig gestellte Fragen zu Aquarienpflanzen für Garnelen

Fressen Garnelen Aquarienpflanzen?

Eini­ge Gar­ne­len­hal­ter machen die Erfah­rung, dass die Gar­ne­len im Aqua­ri­um durch das uner­müd­li­che Abstrei­fen mit ihren Pin­sel­hän­den fein­fied­ri­ge Pflan­zen oder Moo­se beschä­di­gen. Vor allem Ama­no­gar­ne­len kön­nen durch­aus etwas rup­pi­ger im Umgang mit Aqua­ri­en­pflan­zen sein. Ange­grif­fe­ne oder kran­ke Tei­le wer­den manch­mal sogar gefres­sen. Bepflan­zen Sie das Becken daher groß­zü­gig, set­zen Sie nicht zu vie­le Gar­ne­len ein und pro­bie­ren Sie aus, wel­che Gewohn­hei­ten Ihre Gar­ne­len­po­pu­la­ti­on an den Tag legt. Nor­ma­ler­wei­se sind Gar­ne­len im Aqua­ri­um kei­ne Gefahr für den Pflan­zen­be­stand. Stür­zen sich aber hun­der­te “Ama­nos” auf eine Hand­voll Java­moos, dann blei­ben nach zwei Tagen nur die blatt­lo­sen Zwei­ge übrig.

Garnelen und Anubias: Kann das gefährlich sein?

Anubias im Garnelenbecken Anu­bi­as auf Wur­zel sind für Gar­ne­len­aqua­ri­en gut geeignet.

Dass Anu­bi­as schäd­lich für Gar­ne­len im Aqua­ri­um sind, hört man immer wie­der. Vie­le Gar­ne­len­hal­ter pfle­gen jedoch völ­lig pro­blem­los Pflan­zen der Gat­tung Anu­bia (Han­dels­na­me: Zwerg­speer­blatt) im Gar­ne­len­be­cken. Man geht inzwi­schen davon aus, dass das kein Pro­blem ist, solan­ge die Pflan­ze kei­ne grö­ße­ren Ver­let­zun­gen erlei­det. Das ist zum Bei­spiel dann der Fall, wenn sie beschnit­ten wird.

Garnelensichere Pflanzen für das Aquarium

Gehö­ren Sie zu den Gar­ne­len­hal­tern, die sich sor­gen, neue Aqua­ri­en­pflan­zen aus dem Han­del in Ihr Becken zu set­zen? Da sind Sie nicht allei­ne: Immer wie­der hört man, dass Gar­ne­len nach dem Kauf von Aqua­ri­en­pflan­zen ster­ben. Die­ses Phä­no­men wird durch Pes­ti­zid­rück­stän­de ver­ur­sacht, die zeit­wei­se bei bestimm­ten Pflan­zen aus dem asia­ti­schen Han­del vor­han­den sein kön­nen. Nur wer weiß, wor­auf zu ach­ten ist, kann die­se Gefahr beim Kauf von Aqua­ri­en­pflan­zen für das Gar­ne­len­be­cken erfolg­reich umgehen.

Beson­ders akut ist das The­ma beim Ein­set­zen von Aqua­ri­en­pflan­zen in ein lau­fen­des Becken. Nach der Neu­ein­rich­tung eines Gar­ne­len­aqua­ri­ums wird es hin­ge­gen nor­ma­ler­wei­se für meh­re­re Wochen ohne Besatz „ein­ge­fah­ren“. Tun Sie dies und neh­men Sie dabei die ent­spre­chen­den Teil­was­ser­wech­sel vor, soll­ten die Pflan­zen alle mög­li­chen Rück­stän­de aus­ge­schie­den haben.

Wei­ter­le­sen: Wir klä­ren Sie in unse­rem Bei­trag Gar­ne­len­si­che­re Aqua­ri­en­pflan­zen aus­führ­lich zu dem The­ma auf und erklä­ren Ihnen, wie Sie Aqua­ri­en­pflan­zen aus­wäh­len, die garan­tiert sicher für Gar­ne­len sind.

Haben Sie Fra­gen oder Anre­gun­gen zum The­ma „Gar­ne­len­aqua­ri­um ein­rich­ten“? Wir freu­en uns über Ihre Kommentare!

6 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert